Zur Geschichte des Bremer Tabakhandels

Bremen hat sich schon im 1700 Jahrhundert an den Tabakhandel in Amsterdam orientiert, ein Zentrum des Tabakhandels und dessen Verarbeitung bedingt durch ihre vielen Kolonien weltweit. Die Bremer haben den Tabak importiert und die eigene Fabrikation sowie Vertrieb begonnen und die Grundlage für den „Bremer Tabak“ gelegt.

Schon 1832 übertraf der Bremer Tabakhandel den Hollands. Bremen war zu diesem Zeitpunkt der wichtigste Auswandererhafen Europas. Die Segelschiffe haben auf der Hinreise die Auswanderer geladen und auf der Rückreise, um den nötigen Tiefgang zu sichern, Tabak geladen. Die Bremer Handelsflotte wuchs und es bildeten sich neue Reedereien. Um 1843 besaßen 70 Handelsfirmen in Bremen eigene Segler. Seit den 1860er Jahren richtete Bremen verstärkt sein Augenmerk auf Brasilien. Hatte die Einfuhr von Tabak bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in erster Linie den Bedarf der Bremer Fabrikation an Rohtabak für Pfeifengut, Schnupf-und Kautabak und deren Export abgedeckt, entwickelte sich Bremen bis zum Jahre 1878 zum ersten Tabakmarkt Deutschlands: Über 3/5 des deutschen Bedarfes an Tabak wurde nun über Bremen eingeführt.“ (aus „Bremen und der Tabak, ein historischer Exkurs“ von Dr. Andrea Hauser)

Die Zigarrenfabrikation hat in Bremen eine lange Tradition. Sie hatte um 1800 begonnen und um 1850 arbeitete jeder sechste Bremer in der Zigarrenindustrie (aus „Hastedt, eine Geschichte in Bildern“ von Diethelm Knauf).

„Zigarren entsprachen neuen Rauchbedürfnissen. Im Gegensatz zur Pfeife ist hier das Produkt bereits fertig und muss nur noch beschnitten und in den Mund gesteckt werden. Bis in die 1850er Jahre war die Zigarre jedoch ein ausgesprochenes Luxusgut, erst dann verbreitete sich die massenindustriell erzeugte Zigarre in weiteren Kreisen.“ (aus „Bremen und der Tabak, ein historischer Exkurs“ von Dr. Andrea Hauser) siehe dazu den gesamten Bericht