Ausbildungswerkstätten: ein neues Aufgabengebiet der Stiftung

Recht unverhofft kam die Hans-Wendt-Stiftung zu Ausbildungswerkstätten. Arbeitslose und sozial benachteiligte Jugendliche sollten hier einen Beruf erlernen.

Der Senator für Jugend und Soziales, der zugleich der Stiftung vorstand, wollte hierfür die Hans-Wendt-Stiftung gewinnen. Trotz anfänglicher Einwände anderer Vorstandsmitglieder und des Umstandes, dass in diesem Arbeitsfeld die Stiftungsmitarbeiter über keine Erfahrung verfügten, wurde die Verwaltungsleitung mit der Durchführung des Projekts beauftragt. Zumindest ein finanzielles Risiko sollte ausgeschlossen sein; die EU und das Arbeitsamt übernahmen sämtliche Kosten.

Die erste Werkstatt richtete die Stiftung im umgebauten Freizeitheim Blockdiek ein, eine zweite auf dem Gelände Dobbheide, die dritte in Räumen der Schule Kerschensteiner Straße und eine vierte Werkstatt betrieb die Stiftung in Zusammenarbeit mit der Schlosserwerkstatt Borgfeld.

Die Zuschüsse waren allerdings auf drei Jahre begrenzt. Eine Finanzierungslücke klaffte, als die Lehrlinge, die beim ersten Anlauf durch die Prüfung gefallen waren, nach dreieinhalb Jahren vor ihrem Abschluss standen. Die Zeit wurde überbrückt – auf Kosten der Stiftung. Am Schluss standen 1,4 Millionen Mark Verlust zu Buche.

Schwere Zeiten für die Hans-Wendt-Stiftung, zumal die früheren Vollheime auf dem Gelände Am Lehester Deich leer standen. Zur gleichen Zeit hatte das Land Bremen eine wachsende Zahl von Zuwanderern.

(Quelle: Godehard Weyerer: „Hans-Wendt-Stiftung: 80 Jahre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“)