Das neue Stiftungsgesetz tritt in Kraft

Als Folge des Skandals 1990 sollte ein neues Stiftungsgesetz geschrieben werden. Die senatorische Stiftungsaufsicht präsentierte Anfang der 90er-Jahre neue Richtlinien, die auch die Hans-Wendt-Stiftung betrafen:
Senatoren sollen künftig nicht in Vorständen von Stiftungen sitzen, die aus dem Etat des jeweiligen Ressorts öffentliche Mittel beziehen. Daraufhin wurde eine neue Stiftungsverfassung entworfen. Im Januar 1993 traf sie in Kraft. Bislang hatte der Vorstand die Stiftungsleitung eingesetzt, und sie war ihm rechenschaftspflichtig. Seit 1993 leiten ein hauptamtlicher Vorstand und der ehrenamtliche Stiftungsrat die Geschicke der Stiftung. Der Vorstand besteht aus einer, maximal zwei Personen. Der Stiftungsrat setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen; zwei bestellt der für Jugendhilfe zuständige Senator, drei in Abstimmung mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, zwei in Abstimmung mit der Anwaltskammer Bremen. Der Stiftungsrat verabschiedet für das laufende Jahr den Wirtschaftsplan; er achtet darauf, dass der Stiftungszweck gewährleistet und das Stiftungsvermögen erhalten bleibt; der Stiftungsrat ist ein Aufsichtsgremium, hat somit keinen Einfluss auf Entscheidungen im Tagesgeschäft.

Erneut verändert wurde § 2 der Stiftungsverfassung:

„Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe. Der Zweck der Stiftung wird insbesondere auch dadurch erfüllt, daß sie durch die Erprobung modellhafter Einrichtungen und Dienste zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe beiträgt.“

Zertifizierung

Besonderes Gewicht wird auf Qualitätsmangement gelegt. Ein Mitarbeiterhandbuch gibt den Mitarbeitern Einblick und Übersicht in Sachen Stiftungsverfassung, Geschäftsordnung, Geschäftsverteilungsplan, Stellenpläne, Dienstanweisungen und Gesetze, auf deren Grundlagen die Stiftung die erbrachten Leistungen den Kostenträgern in Rechnung stellt. Einsicht in Entscheidungsfindungen und in übergeordnete Organisationsstrukturen schafft Verantwortungsbewusstsein. Keine Rechte ohne Pflichten. Ein Qualitätssicherungsverfahren überprüft die geleistete Arbeit der Mitarbeiter. Veränderungswünsche und Anregungen, soweit sie sich innerhalb der vorgegebenen Richtlinien bewegen, sind stets willkommen.
Erstmals wurde die Hans-Wendt-Stiftung am 22. September 2008 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

Die Leitideen der Arbeit entwickeln sich aus verhaltenstherapeutischen und systemischen Ansätzen.

Quelle: Godehard Weyerer „Hans-Wendt-Stiftung 80 Jahre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“