Die 80er: Eine Stiftung auf der Suche

Die 80er Jahre gestalteten sich für die Hans-Wendt-Stiftung als eine Phase des Ausprobierens und der Suche. Das Therapiezentrum wurde Schritt für Schritt aufgelöst; die psychisch auffälligen Kinder sollten künftig in deren sozialen Umfeldern betreut werden; Kindertagesheime, die bislang Am Lehester Deich konzentriert waren, wurden in den Stadtteilen errichtet. In der Gröpelinger Heerstraße nutzte die Stiftung hierzu das Gebäude, das sie dem Vietnam-Verein vermietet hatte; an der Dobbheide wurde ein leerstehendes und heruntergekommenes Lehrlingswohnheim saniert; in Kattenturm und auf dem Gelände Am Lehester Deich (in den früheren Pflegenestern und in einem der Vollheime) unterhielt die Stiftung weitere vier Kindertagesstätten. Als Übergangslösung waren sie konzipiert und sollten in integrative Regelkindergärten überführt werden, sobald der Prozess der Öffnung und Annäherung dies erlaubte. Den Anfang machte das städtische Kindertagesheim in der Wischmannstraße, hier startete 1984 die Integrative Heilpädagogische Tageserziehung. 1991 stellte die letzte Sondereinrichtung der Stiftung ihre Arbeit ein.

Eher Episode blieben Pläne für den Bau eines „Helitrucks„, eines Luftschiffs für den Transport sperriger und schwerer Güter; in der Produktion sollten die Lehrlinge der Ausbildungswerkstätten eine feste Beschäftigung finden. In einer Kuttergruppe richteten Eltern verhaltensauffälliger Kinder ein Segelschiff her, um an Bord die Freizeit gemeinsam zu verbringen. Und die Bibliothek Düsseldorfer Straße übernahm die Stiftung, bevor sie geschlossen werden musste – eine Entscheidung, die auf oberster Vorstandsebene getroffen wurde.

(Quelle: Godehard Weyerer: „Hans-Wendt-Stiftung: 80 Jahre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“)