Stadtranderholung in Bremen – ein weiteres Angebot der Stiftung

(Symbolbild) Die neue Stadtranderholung der Hans-Wendt-Stiftung bietet Ruhe und Erholung für körperbehinderte und „erziehungsschwierige“ Kinder

Ausgehend von einem Bericht des Gesundheitsamtes im November 1957, in dem ein dringender Bedarf an Tageserholung für besonders belastete und behinderte Kinder beschrieben wird, beginnt die Planung für eine Tageserholungsstätte auf dem Gelände der Hans-Wendt-Stiftung im Sinne einer Stadtranderholung. Auch hier übernimmt Frau Dr. Mevissen die Federführung. Wesentliche Begründung für die Schaffung der Tageserholungsstätte war, dass es keine Erholungsmöglichkeiten für behinderte Kinder in Bremen gab. In den regulären Kindergärten waren keine Kapazitäten vorhanden sie zu betreuen. Man ist davon ausgegangen, dass diese Personengruppe nicht für lange Kuraufenthalte außerhalb Bremens geeignet war. Stattdessen sollten sie ihr familiäres Umfeld behalten und nur tagsüber zur Stadtranderholung gefahren werden.

Die Einrichtung sollte ganzjährig belegt werden können mit Kindern zwischen 5-14 Jahren mit folgenden Indikationen: (die Fachbegriffe haben wir aus den Dokumenten übernommen)

  • Spastiker,
  • Sehschwache,
  • Körperbehinderte,
  • Erziehungsschwierige,
  • Haltungsschwache,
  • Sprachgestörte,
  • Bettnässer,
  • Heimwehkinder

Die Belegung wurde dem Gesundheitsamt, Abt. Körperbehindertenfürsorge und dem Schulärztlichen Dienst übertragen, im Rahmen eines „ambulanten Heilverfahrens“.

Erforderliches Fachpersonal wie Krankengymnasten, Heilpädagogen, Atemgymnastin etc wurde eingestellt.

Die erste 4-Wochenkur ist am 01.09.1959 gestartet.

Die Tageserholungsstätte für behinderte Kinder war ein Vorläufer für die heutige Spastikerhilfe in Bremen.

1966 ist die Belegung zurückgegangen, weshalb über die weitere Nutzung der Tagesstätte beraten wurde. Vereinbart wurde, dass sie vorübergehend als Kindertagesstätte genutzt werden kann, bis die neue Kindertagesstätte in Horn-Lehe fertig gebaut und bezugsfertig ist.