Die Hans-Wendt-Stiftung und die Boatpeople

Auf der Suche nach einer Heimat als Boatpeople kamen sie Ende der 70er Jahre nach Deutschland, und gerade die Minderjährigen unter ihnen lösten eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Anfang 1980 gründete die Hans-Wendt-Stiftung zusammen mit Terre-des-Hommes den Verein zur Förderung vietnamesischer Kinder und Jugendlicher in Bremen. Viel Zeit blieb nicht; die Jugendlichen mussten schließlich irgendwo untergebracht und betreut werden. Die Stiftung kaufte ohne großes Aufsehen zwei Häuser und richtete sie aufwändig her – zu aufwändig, wie sich später herausstellte. Zwei weitere Häuser in Bremen-Nord wurden zusätzlich angemietet. Der Verein, an den die Stiftung die Gebäude weitervermietete, betreute 40 Jugendliche. Drei Jahre später waren die meisten von ihnen volljährig geworden und standen auf eigenen Füßen, oder ihre Familien waren nachgekommen. Das Betreuungsangebot war überflüssig geworden. Mitte 1986 schloss die letzte der vier Wohngruppen. 1988 löste der Verein sich auf. Die Hans-Wendt-Stiftung verzeichnete einen Verlust in Höhe von 1,2 Millionen Mark.

(Quelle: Godehard Weyerer: „Hans-Wendt-Stiftung: 80 Jahre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“)