Ambulante Hilfen zur Erziehung

Die Hans-Wendt-Stiftung hat ihr Leistungsangebot der ambulanten sozialpädagogischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, analog der neuen Gesetzgebung im Kinder-und Jugendhilfegesetz von 1990, KJHG, schrittweise aufgebaut. Wir schildern hier diese Entwicklung.

Dezember 1986: Die Ambulante Hilfe für junge Straffällige startet

Grundlage für das Konzept war, den jungen frisch aus der Haft entlassenen eine verlässliche ambulante Unterstützung und Begleitung sowie Wohnsituation zu geben. Fehlende familiäre und soziale Bezüge und eine problematische Sozialisation haben den dringenden Bedarf offenbart. Initiiert wurde das Projekt von Psychologen der Jugendvollzugsanstalt Bremen-Blockland und einer Rechtsanwältin. Das Projekt wurde 1990 mit dem Bremer Förderpreis für Jugendarbeit geehrt. Die Ambulante Hilfe für junge Straffällige wird seitdem von der Hans-Wendt-Stiftung betrieben.

Januar 1993: Die Sozialpädagogische Familienhilfe nimmt ihren Dienst auf

Die Hans-Wendt-Stiftung hat mit ihrem Konzept, zusammen mit dem Caritasverband Bremen, in Konkurrenz zu anderen Trägern, einen Vertrag mit dem Senator für Jugend und Soziales zur Durchführung von SPFH erhalten. Die Hans-Wendt-Stiftung bietet SPFH im Bremer Norden und Osten an und baut ein erstes Team Am Lehester Deich auf, zunächst mit Honorarkräften. Eine fachliche Kooperation, der Fachbeirat, wurde mit dem Caritasverband und dem Amt für Soziale Dienste sichergestellt.

1993 bis 2013: SPFH Am Lehester Deich

Das erste Team der SPFH hat ihren Sitz am Lehester Deich gehabt. Bis 1996 wurden Honorarkräfte beschäftigt, danach fest angestellte Sozialpädagog*innen.

Oktober 1995 bis 2005: Das Gemeinwesenprojekt „Familientreff“ öffnet im „Gelben Haus“

Eine Kooperation der Hans-Wendt-Stiftung, Amt für Soziale Dienste, Kinder-und Jugendgesundheitsdienst, Haus der Familie bildet eine vernetzte Zusammenarbeit im Stadtteil Horn-Lehe, Borgfeld und Oberneuland. Es werden Angebote für pädiatrische und soziale Beratung, Sozialpädagogische Spielkreise für Kinder unter 3 Jahren, Gruppenarbeit für Mütter und offene Treffs geschaffen. Die Besucher*innen werden unterstützt Angebote in Selbsthilfe zu gestalten.

1998  bis 2015: Familienkrisendienst „Familie im Mittelpunkt“ startet

Die Hans-Wendt-Stiftung ist einer von 3 Trägern in Bremen, DRK und St. Petri/Alten Eichen, die einen Vertrag mit der Senatorischen Behörde abschließt. Die Hans-Wendt-Stiftung hat ihre Arbeit auf der Grundlage des Konzepts der Bundesarbeitsgemeinschaft „Familie im Mittelpunkt“ e,V. aufgebaut. Die Kolleg*innen werden zu verpflichtenden Fortbildungen des Vereins geschickt.

um 1998: SPFH Rönnebecker Str.

Die erste Dependance der SPFH wurde in Bremen Rönnebeck angemietet. Hier hatten die Mitarbeiter*innen ortsnah Team-und Arbeitsräume für ihre Aufgaben in Bremen Nord.

2001: SPFH Ellener Dorfstr.

Das SPFH-Team Am Lehester Deich wächst mit der zunehmenden Auftragslage vom AfSD. Ein neues Büro für den Stadtteil Osterholz wird im Stiftungsdorf der Bremer Heimstiftung, Ellener Dorfstr., bezogen.

2002: SPFH Düsseldorfer Str.

Die Hans-Wendt-Stiftung eröffnet in Kooperation mit der Grundschule Blockdiek und dem Amt für Soziale Dienste mit Hilfe von WiN-Mitteln einen Anbau, mit Büro für ein kleines SPFH-Team und einen „Familientreff“ in der Grundschule Blockdiek. Aufgabe des Teams ist, neben der Betreuung von Familien im Rahmen von SPFH auch Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Blockdiek zu entwickeln. Der zuständige Sozialdienst des AfSD führt dort regelmäßige Sprechstunden durch. Eine Projektgruppe wird zur Entwicklung des sozialen Netzwerkprojektes gebildet, aus Vertreter*innen der Hans-Wendt-Stiftung, Amt für Soziale Dienste, Schulleitung, Schulpsychologischer Dienst, Senator für Bildung und Kita Bremen.

2002

Das „Monopol“ für SPFH der beiden Träger Caritas und Hans-Wendt- Stiftung in Bremen wird aufgebrochen, nachdem St. Petri Kinder-und Jugendhilfe dagegen erfolgreich geklagt hat. Hauptargument war der im KJHG festgeschriebene Grundsatz von Wunsch- und Wahlrecht des Hilfeempfängers, welcher Träger vom Jugendamt beauftragt wird. Danach öffnet sich der „Markt“ für SPFH und auch für alle anderen Ambulanten Hilfen zur Erziehung im SGB VIII, ehemals KJHG, für alle freien Jugendhilfeträger.

Das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz, KJHG, von 1990 als Angebote- und Leistungsgesetz für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern, hat den Fokus auf präventive, ambulante sozialpädagogische Hilfen gelegt, auch um Fremdplatzierungen zu verhindern. Das Amt für soziale Dienste in Bremen hat entsprechende Leistungsbeschreibungen für verschiedene Hilfen herausgegeben. Das aktivierte die traditionellen freien Jugendhilfeträger für stationäre Hilfen, sich auch im ambulanten Bereich zu präsentieren.

2003: SPFH Bürgerhaus Vegesack

Ein weiteres Team in Bremen Nord zieht in die ehemaligen Räume des Hauses der Familie im Bürgerhaus Vegesack ein.

Januar 2005: Start der Ambulanten Maßnahmen für Jugendliche und junge Heranwachsende

Ein neues Team wird gebildet, um ambulante Hilfen für Jugendliche gebündelt anbieten zu können. Dabei handelt es sich um die Hilfen Erziehungsbeistandschaft, Betreutes Jugendwohnen, ISE Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung und psychosoziale Betreuung für junge Volljährige, die beim Jobcenter angesiedelt sind.

 

Juli 2006: Koordinierungsstelle der stationären und ambulanten Maßnahmen für Jugendliche

Die Stiftungsinterne Koordinierung und Zusammenarbeit wurde installiert, um gute Übergänge von einer stationären Betreuung zu einer ambulanten Begleitung zu organisieren. Die Betreuung der Jugendlichen sollte, wenn möglich, in der Hans-Wendt-Stiftung bleiben.

2008: SPFH Osterholz-Scharmbeck

Seit einigen Jahren wurde die Hans-Wendt-Stiftung mit SPFH-Aufträgen vom Jugendamt Osterholz-Scharmbeck beauftragt. Das führte zu der Entscheidung, auch in Osterholz-Scharmbeck, in der Findorffstr. 21, ein Büro zu eröffnen.

2010 bis 2013: FUH, Familienunterstützende Hilfen

Die Einrichtung „SPFH“  entwickelt weitere Hilfen für die Zielgruppe Familien mit Kindern. Dazu gehört ein neues Leistungsangebot „Begleiteter Umgang“ für Kinder in Trennungssituationen. Die Hans-Wendt-Stiftung hat ein Konzept auf Grundlage der deutschen Standards zum begleiteten Umgang vom Bundesministerium für Familie und dem Staatsinstitut für Frühpädagogik geschrieben.

Ferienaktivitäten, Gruppenangebote und Familienfreizeiten mit Übernachtung werden für betreute Familien angeboten.

2010: FUH Hemelinger Rampe

Das FUH-Team in der Ellener Dorfstr. ist mit den zu engen Büroräumen nicht zufrieden. Der Vorstand entscheidet sich dafür, die noch ungenutzten Räume in der eigenen Immobilie an der Hemelinger Rampe auszubauen (eine frühere Matratzenfabrik), um dort Büro- und Gruppenräume einzurichten. Ein Teil des Teams Ellener Dorfstr. zieht ein.

2010: FUH Grohner Str.

In der ersten Etage der Grohner Str. wurden Büroräume für das Team der Ambulanten Maßnahmen für Jugendliche und ein FUH-Team zur Verfügung gestellt. Teile des Teams aus der Ellener Dorfstr. und des Teams Am Lehester Deich sind dort zusammengetroffen. Das Team Büro Am Lehester Deich wurde aufgegeben, aber für Termine mit den betreuten Familien, vor allem begleitete Umgänge, erhalten.

2011: Familienwohnen

Aus der langjährigen Erfahrung der Sozialpädagogischen Familienhilfe ist ein neues Konzept entstanden, die intensive Hilfe „Familienwohnen“. Ein Angebot an Familien, das in entsprechend ausgestatteten Wohneinheiten des Trägers durchgeführt wird. Es soll:

  • Entwicklung und Veränderung durch die Herausnahme der Familie aus dem gewohnten Wohn- und Lebensumfeld herbeiführen und gleichzeitig
  • einen Schutzraum für die Familie darstellen und damit
  • ein Lernfeld auf begrenzte Zeit bieten.

Ebenso wird eine Klärung und Grundlage geschaffen für ein anschließendes eigenständiges Leben mit den Kindern oder eine Entscheidungsfindung herbeigeführt, eines oder mehrere Kinder anderweitig unterzubringen.

2011-2017: Schwanewede

Die Weitläufigkeit im Landkreis Osterholz führte zu Planungen, ein weiteres   Büro in Schwanewede zu eröffnen. Ein 4-köpfiges Team hat sich dort gebildet, erstmalig aus Kolleg*innen der „FUH-Familienunterstützenden Hilfen“ und der „Ambulanten Maßnahmen für Jugendliche“.

Das Büro wird bei drastisch abnehmender Auftragslage 2017 wieder aufgegeben.

 

Ab 2013: AEH – Ambulante Erziehungshilfen

Die Hans-Wendt-Stiftung bietet einen bunten Strauß an verschiedenen ambulanten Hilfen zur Erziehung sowie Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien an. Diese gilt es miteinander zu verzahnen und zu regionalisieren. Inzwischen arbeiten die Kolleg*innen in allen Stadtteilen Bremens. Die Kolleg*innen der Familienunterstützenden Hilfen, der Ambulanten Maßnahmen für Jugendliche und das FiM-Team werden in eine Einrichtung zusammengeführt, die Ambulanten Erziehungshilfen, AEH. Die neuen Stadtteilteams werden aus Kolleg*innen mit den verschiedenen fachlichen Kompetenzen zusammengestellt.